Der ultimative Pro-Guide für sensible Haut

Immer mehr Menschen kämpfen mit sensibler, leicht reaktiver Haut und ihren Folgen. In diesem ultimativen Guide fragen wir nach den Ursachen für sensible Haut und vor allem danach, was man für diesen Hauttyp tun kann, wie man die Haut pflegt und wie man dadurch sogar wieder zu gesunder, normaler Haut gelangen kann.

Was ist sensible Haut? 

Sensible Haut ist – vereinfacht gesagt – ein momentaner oder auch langfristiger Zustand, bei dem die Haut schnell und/oder oft auf äußere und innere Einflüsse reagiert. Das können Rötungen sein, aber auch gesteigerte Trockenheit, Stechen, Brennen, Unreinheiten und Entzündungen. Einerseits also zeigt die Haut nach außen eine Reaktion, andererseits ist das Hautgefühl nicht mehr angenehm. 

Das sind die Zeichen für eine Reaktion sensibler Haut. 

Warum sensible Haut? 

Es gibt viele Ursachen für sensible Haut, die in der Umwelt und im Körper selbst liegen können. Äußere Einflüsse können sein: intensive Umwelteinflüsse, Stress, Jahreszeit- und Wetterwechsel, Reisen, nicht ausreichend Schlaf, falsche Pflege, Sonne, Wind und starke Hitze, die Wasserqualität uvm. Gründe die im Körper selbst begründet sind können sein: Lebensmittelunverträglichkeiten, scharfe Speisen, Zucker, Alkohol, Koffein, genetische Veranlagung, und viele mehr. 
So kann es vorkommen, dass jeder im Laufe seines Lebens wenn nicht dauerhaft, dann doch für kurze Zeit sensible bzw. sensitivierte und schneller reagierende Haut hat. 

Das bedeutet, dass sensible Haut nicht zwingend für immer sensibel bleibt. Besonders trockene Haut z.B. braucht Öl und Feuchtigkeit, und wenn ihr diese zugeführt werden, beruhigt sich die Haut wieder und kann zu ihrem normalen Hautbild zurückkehren. 

Entscheidend ist es also, sensible Haut rasch zu erkennen und korrekt zu pflegen. Mit diesem umfassenden Guide bekommt man sensible Haut schnell wieder in den Griff: 

Do NOT do Liste: bei sensibler Haut vermeiden 

Sensible Haut reagiert bereits auf einen einzigen Umwelteinfluss. Es ist daher wichtig, mögliche Ursachen für weitere und intensivere Reaktionen zu verhindern:

  • keine Duftstoffe: keine Duftstoffe synthetischer Herkunft (als Fragrance oder Parfum auf der Verpackung deklariert); auch keine ätherischen Öle, darunter insbes. Lavendel, Rose, Geranium, Citrusfrüchte, Pfefferminze, Eukalyptus und Teebaumöl. Die flüchtigen Verbindungen der ätherischen Öle können die Haut zusätzlich reizen. Synthetische Duftstoffe können die Haut reizen und zu Rötungen, Unebenheiten, sicher schälender und trocken-heißer Haut führen. 
  • keine festen Seifen, Gel-Reiniger, Peelings und solche Cleanser, die die Haut weiter austrocknen und reizen können 
  • keine reibenden Reiniger und Anwendungen, wie zB. Cleansingbrushes mit steifen Bürstchen, feste Schwämme und Handtücher 
  • kein Alkohol – weder in Tonern, noch in Pflegeprodukten
  • keine Salizysäuren, kein Retinol, kein Menthol

Sensible Haut pflegen – Step by Step 

1. Entscheidend: Die Reinigung

Die Reinigung legt den Grundstein für die Pflege sensibler Haut und die falsche, nicht passende Reinigung kann alle Versuche die Haut mit Pflege in den Griff zu bekommen, zunichte machen. Daher ist es entscheidend auf möglichst sanfte, nicht-schäumende, wasserlösliche Reiniger und Ölreiniger zu setzen. 

Ideal sind Ölreiniger und Reinigungsmilch, sowie die Reinigung mit dem Konjac Schwamm. 

Am morgen und wenn man kein Make-Up trägt, ist die Reinigung mit dem Konjac Schwamm (CH | EU) ideal: sie lässt die Hautschutzbarriere und den Fettsäureschutzmantel der Haut intakt, erhält den individuellen pH-Wert der Haut, wirkt leicht befeuchtend und gleitet so sanft über die Haut, dass sogar die Augenpartie damit gereinigt werden kann. Dabei reinigt der Konjac Schwamm so effektiv, wie es nicht einmal Wasser kann. Ein Win-Win für sensible Haut! 

Für das Lösen von Make-Up und stärkeren Verschmutzungen von tagsüber empfiehlt sich ein wasserlöslicher Ölreiniger, wie zB. der Pure Cleansing Dew von De Mamiel (CH | EU), oder der Swipe Clean Oil Cleanser von BYBI (CH | EU). 

Meine Empfehlungen: 

  • konnìaku Aloe Vera (CH | EU)
  • DeMamiel Cleansing Dew (CH | EU)

Zur Reinigung gibt es noch einen Tipp von Make-Up Artist Lina Hanson:

 „In der Dusche darauf achten, dass das Gesicht nicht nass wird – das zu heiße Wasser kann Entzündungen in der Haut hervorrufen.“ 

2. Nähren statt reizen: Das Tonic 

Toner mit Alkohol und ätherischen Ölen sind bei sensibler Haut tabu, ebenfalls Essenzen mit einer Vielzahl an Wirkstoffen, da diese potentiell zu Reizungen führen können. Ideal sind hautnährende Toner die reich an Antioxidantien, beruhigenden Wirkstoffen und Hyaluronsäure für den Extra-Boost an Feuchtigkeit sind. Sanft zur Haut und pflegend sind auch Hydrolate (sog. Pflanzenwasser), z.B. mit Rose, Hammamelis oder Orange. Ein „Mehr“ an Pflege und Feuchtigkeit bietet z.B. der Mega Mist von BYBI (CH | EU), mit einer Kombination aus Hydrolaten, Algenextrakt und Hyaluronsäure. 
Den Toner sprüht man nach der Reinigung großzügig auf die Haut auf und lässt ihr ein wenig Zeit. Das bedeutet: wenn der Toner aufgesprüht ist diesen kurz einziehen lassen. 

Tipp: Hydrolate und Toner können auch unter tags aufgesprüht werden, auch über Make-Up! Wenn sich die Haut heiß anfühlt, beginnt zu röten oder zu reagieren, kann ein beruhigender Toner schnell helfen, sie zu beruhigen. 

Meine Empfehlung: 

  • Safeas Orangeblüten Hydrolat (CH | EU)
  • BYBI Mega Mist (CH | EU)

3. Goldstandard: Die richtige Pflege 

Viele pflegen ihre sensible Haut mit spezifischer Pflege. Dabei sind schon die vorhergehenden Schritte der Reinigung und des Tonics entscheidend und können einen Unterschied machen! 
Die richtige Pflege für sensible Haut soll diese einerseits nicht reizen oder anregen, andererseits soll sie die Haut nähren, befeuchten, pflegen, und gleichzeitig aufbauen und stärken und die Hautbarriere so unterstützen, dass die Haut sich besser gegen Umwelteinflüsse wehren kann und damit möglicherweise weniger sensibel wird. Natürlich soll die Haut gleichzeitig langfristig so gestärkt werden, dass sie sich wieder regulieren kann und in ihren normalen Hautzustand zurückkehr und nicht mehr sensibel ist. Das sind viele Anforderungen an einen Pflegeschritt! 

Wie so oft finden wir in der Natur in reinster Form genau das, was wir brauchen: Öle die reich an Omega-Fettsäuren sind nähren und pflegen die Haut, und stärken gleichzeitig die Hautbarriere. Neben hautbarrierestärkenden Ölen sind beruhigende Pflanzenwirkstoffe essentiell für sensible Haut. Calendula, Kamille, Kurkuma, Nachtkerzenöl und Borretsch sind unter den Favoriten für die Beruhigung sensibler Haut. 

Das Ursprüngliche aus der Natur ist für sensible Haut das Idealste: Öle (anstelle von Cremes) in Bio-Qualität um die in der konventionellen Kultivierung verwendeten Pflanzen“schutz“mittel nicht auch noch der Haut zuzuführen. 

Junge Haut bis etwa 20profitiert am besten von reinen Basisölen: Jojoba, Mandel, Avocado und Argan rein auf die Haut aufgetupft beruhigen und kräftigen diese. 

So trägt man Gesichtsöle bei sensibler Haut richtig auf

Sensible Haut wird schon durch leichten Druck gereizt. Das muss man beim Auftragen der Pflege beachten und kann daher diesen Trick anwenden: 

Zunächst das Gesicht mit dem Toner befeuchten und diesen einziehen lassen. Nun in der Handfläche eine kleine Menge Gesichtsöl mit Toner vermischen und diese Mixtur direkt auf die Haut auftragen, indem man die Handflächen sanft auf das Gesicht legt und leicht abrollt. So wird das Öl in die Haut „gepresst“ oder „getupft“ anstatt einmassiert, um die Haut nicht zu reizen. 

Haut ab Anfang/Mitte 20 hat bereits einen höheren Pflegebedarf, sie braucht mehr Feuchtigkeit und intensiveren Schutz, sowie Antioxidantien und Vorbeugung für die ersten Anzeichen der Hautalterung. 

Für diese Haut ist z.B. das Restorative Face Serum von Soapwalla (CH | EU) intensive Wohltat, Linderung und Schutz in einem. Bio-Hagebuttenkernöl, Karottensamenöl und Nachtkerzenöl versorgen die Haut mit den wichtigsten Nährstoffen und Vitaminen, pflegen und klären sie, beruhigen und bauen sie auf, sodass sie kräftiger und widerstandsfähiger wird. 

Wichtig: Beim Auftragen die Haut nicht zu fest drücken oder ziehen, sondern das Öl mit sanftestem Druck in die Haut eintupfen (anstelle von „einschmieren“, das für sensible Haut zu reizend sein kann). 

Ab Ende 20 braucht sensible Haut unsere volle Aufmerksamkeit und das Maximum an Vorbeugung, Schutz und Pflege in einem. Speziell für hypersensible Haut wurde das sehr bekannte und nur 4 Inhaltsstoffe enthaltende Pai Rosehip BioRegenerate Oil entwickelt (CH | EU). Hagebuttenkernöl, Hagebuttenfruchtfleischextrakt, Vitamin E und Rosmarinextrakt wirken intensiv beruhigend und bringen die Haut wieder ins Gleichgewicht, dank der zahlreichen Omega-Fettsäuren. 

Mein Nr. 1 Tipp für sensible Haut – und auch jener der Hollywoodstar am roten Teppich – ist das Lina Hanson Global Face Serum (CH | EU) aus Marula-Baobab und Kameliensamenöl. Es ist ein leichteres Öl, das schnell einzieht und die Haut beruhigt, weich macht und sanft erfrischt. Marulaöl stärkt die Selbstheilungsfunktion der Haut, Baobaböl verbessert Hauttextur und Hautton und sorgt so für ein nicht gerötetes, entspanntes Hautbild. Kameliensamenöl wirkt Pigmentstörungen und ersten Fältchen wirksam entgegen. 

4. Hypersensible Haut, extrem reaktive Haut und Haut im Ausnahmezustand 

Haut die in diesem SOS-Ausnahmezustand ist, muss noch vorsichtiger gepflegt und – wortwörtlich – angefasst werden. Hier ist speziell für diesen Hautzustand entwickelte Spezial- und Intensivpflege ein Muss, zumindest bis es der Haut wieder besser geht und sie in ihr Gleichgewicht zurückfindet. Zusätzlich darf selbst sehr trockene Haut nicht mit zu fetten oder zu „schweren“ Ölen gepflegt werden, da dies zu intensiv sein kann und die Haut weiter reagiert. 

Für diesen Ausnahmezustand ist aus meiner Erfahrung das Lina Hanson Global Sensitive & Baby Serum (CH | EU) gleichzeitig Abhilfe, Pflege und Vorbeugung: Das Öl aus den Samen der Kalaharimelonen wirkt tiefgehend, pflegend, beruhigend und nährend. Gurkensamen- und Jojobaöl wirken ebenfalls in den tieferliegenden Hautschichten und nähren und befeuchten die Haut von innen. Die Haut wird von den enthaltenen Bio-Ölen beruhigt und tiefgehend gepflegt und hat so die Chance sich wieder aufzubauen. Die Textur ist leicht und lässt sich ohne Druck und Ziehen verteilen. Auch für die oft gereizte Augenpartie ist das Global Sensitive Serum ideal. 

Creme statt Öl: Wer absolut keine Öle auf der Haut anwenden will, kann speziell für sensible Haut entwickelte Pflegecremes und wasserbasierte Seren anwenden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Inhaltsstoffliste nicht allzu lange ist und die oben erwähnten Dont’s nicht enthalten sind. 

Gute Erfahrungen haben wir bei BIOMAZING mit der Olive-Sensitive-Serie von Safeas (CH | EU) gemacht, die komplett ohne ätherische Öle speziell für sensible Haut entwickelt wurde. Auch die Pflegecremes von Pai für sensible Haut sind eine sanfte und wirksame Option für geplagte Haut. 

5. Notwendiger Extra-Schutz: Sonnenschutz 

Sensible Haut reagiert noch stärker als normale Haut auf Umwelteinflüsse und vor allem auf die Sonne. Ein mittlerer (LSF 30) bis starker Sonnenschutz, je nach Jahreszeit und Zeit an der Sonne, ist daher Teil des Pflichtprogramms bei sensibler Haut. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass es sich um einen rein physischen Filter handelt, da chemische Filter gerade sensible Haut weiter sensitivieren und reizen können. Ein weiterer Vorteil der natürlichen Filter ist die physische Schutzbarriere auf der Haut durch das Zinkoxid und/oder das Titaniumdioxid. 

Dass Sonnenschutz auch der Hautalterung vorbeugt und die ersten Anzeichen der Hautalterung hinauszögern kann ist ein schöner Nebeneffekt, der aber vor allem eines zeigt: Die Haut ist mit phyischen Schutzfiltern besser geschützt, damit gesünder und das ist vor allem für sensible Haut wichtig. 

6. Peeling für sensible Haut? 

Ganz allgemein rät man in der Naturkosmetik von Peelings eher ab, und umso mehr bei sensibler Haut. Wer absolut nicht auf ein Peeling verzichten möchte, sollte dabei auf natürliche Fruchtsäuren setzen und von mechanischen Peelings absehen. Diese können die Haut zu stark reizen und zu Rötungen führen. 

Mein Tipp: Eine Maske mit Avocado, etwas Joghurt (für die Milchsäure) und Honig anrühren und ausprobieren, ob die Haut das verträgt. Wenn sie gut reagiert, kann man wenige (!) Tropfen frischen Apfelsaft oder 1-2 Tropfen Zitronensaft hinzufügen für die etwas stärkere Peelingwirkung der Milch- und Fruchtsäuren. 

Wer sich an etwas intensivere Peelingwirkung herantrauen will, kann die Whamisa Peeling Mitts ausprobieren. Damit kann man den manuellen Druck ideal steuern und sieht sofort, ob die Haut reagiert. Neben der Peelingwirkung enthalten die Peeling Mitts auch beruhigende und aufbauende Pflanzennährstoffe. 

7. Masken für sensible Haut? Ja, unbedingt! 

Sensible Haut braucht extraintensive Pflege, und dafür sind Masken ideal. 

Meine Tipps für die besten Masken für sensible Haut:

  • gerötete Haut ohne Glow: Pai Skincare Rosehip Rapid Radiance Mask (CH | EU
  • gereizte Haut die Beruhigung und sanfte Pflege braucht: Safeas Leinsamenmaske (CH | EU) oder die beruhigende Maske von Dr. Hauschka (CH)
  • sensible Haut die zu Unreinheiten und Entzündungen neigt, bei Pigmentstörungen: Lina Hanson Global Face Trio (CH | EU
  • beruhigende und kühlende Sheet Mask: Whamisa Flowers & Aloe Vera Sheet Mask (CH | EU
  • DIY: Manukahonig und Avocado wirken beruhigend, feuchtigkeitsspendend und nähren die Haut bis in tiefere Hautschichten. 

Wer die wichtigsten Grundregeln zur Pflege sensibler Haut beachtet, wird sich schon bald wieder an gekräftigter, beruhigter Haut freuen können. Dass das auch so bleibt, muss man auch beim Make-Up darauf achten, die Haut nicht zu reizen. Denn Make-Up bleibt den ganzen Tag auf der Haut und hat damit viel Zeit um sie zu reizen. Mineral-Make-Up ist für sensible Haut die beste Wahl, denn es ist weitestgehend reizfrei, und schützt die Haut zusätzlich vor negativen Umwelteinflüssen. 

Sie haben noch Fragen oder brauchen eine persönliche Empfehlung für Ihre Haut? Schreiben Sie mir ein Email! An: contact@biomazing.ch mit dem Betreff „Frage an Anna“ und ich werde mich bemühen, so schnell es geht mit Rat und Tat Ihnen und Ihrer Haut zur Seite zu stehen! 

The following two tabs change content below.

Anna Mandozzi

Gründerin bei Biomazing
Anna Mandozzi ist langjährige Expertin im Bio-Bereich. Die Österreicherin ist ausgebildete Juristin und besonders mit regulatorischen Eigenheiten der Bio-Branche vertraut und außerdem besonders involviert in Details in Sachen Produktion, Inhaltsstoffe, Zertifizierungen und Kultivierung im Bio-Bereich. Anna liebt Yoga, Reisen und gutes Essen.

Neueste Artikel von Anna Mandozzi (alle ansehen)

made with ❤ by  die konzeptionisten