Parfum – Die unerkannte Gefahr im Badezimmer

Vor wenigen Monaten war die Beautyszene in hellster Aufregung: Chanels ikonisches Parfum No. 5 wurde von der EU auf eine Blacklist gesetzt und sollte potentiell verboten werden. Der Grund: Analysen zufolge soll das Parfum ├╝ber 100 gef├Ąhrliche Inhaltsstoffe enthalten. ┬áDem gehen wir auf den Grund.

Die Kunst der D├╝fte und Parfums ist eine alte Wissenschaft und Teil der Sch├Ânheitsrituale in allen Teilen der Welt. Bl├╝tenw├Ąsser und ├Ątherische ├ľle wurden eingesetzt um das Wohlgef├╝hl zu steigern, zur Heilung, und nat├╝rlich auch um zu verf├╝hren. In Frankreich wurden Parfums schon vor langer Zeit jedoch nicht nur zur Verf├╝hrung, sondern sogar zum T├Âten benutzt: Wohlriechende aber hochgiftige Stoffe wurden in Kleidungsst├╝cke und Handschuhe getr├Ąufelt, und durch das langsame Absorbieren wurde der Tr├Ąger jener St├╝cke get├Âtet. Die Franzosen wussten demnach bereits, dass Giftstoffe ├╝ber die Haut in den K├Ârper absorbiert werden k├Ânnen, und dass auch wohlriechende Stoffe giftig sein k├Ânnen.

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Es war kein Zufall, dass die EU gerade das ber├╝hmteste Parfum der Welt, Chanel No. 5, ins Visier genommen hat. Auch wenn von Anfang an unwahrscheinlich war, dass dieser Bann tats├Ąchlich (medienwirksam) verh├Ąngt w├╝rde, so war der Thematik doch die Aufmerksamkeit der Medienlandschaft sicher – und umso mehr jener Medienlandschaft, deren Leser Warnungen dieser Art sonst abtun und veganen Birkenstocktr├Ągern mit terroristischem Hintergrund zuschreiben. Denn was die Analysen des Parfums ergeben haben, ├╝berrascht Kenner der Branche nicht.

Aus dem historischen Blickwinkel heraus war das Herausgreifen von Chanel’s No. 5 mindestens genau so interessant, denn┬ágenau dieses Parfum war das erste g├Ąnzlich synthetische Parfum, das auf den Markt kam. Dabei wurde es nicht aus Kostengr├╝nden synthetisch entwickelt, sondern weil der Parfumeur von Coco Chanel ├╝berzeugt war, dass die synthetischen Aldehyde den Duft der nat├╝rlichen Essenzen noch intensiver wirken lassen w├╝rde.


Was macht Parfum gef├Ąhrlich?┬á

Parfums enthalten eine lange Liste bekannter gef├Ąhrlicher und giftiger Inhaltsstoffe. Einer davon ist Aldehyd. Aldehyd stammt aus der selben chemischen Familie wie das hoch-karzinogene Formaldehyd, welches in Nagellacken verwendet wird! Ein weiterer h├Âchst problematischer Inhaltsstoff ist (nat├╝rlicher oder synthetischer) Moschus. Moschus ist besonders gef├Ąhrlich, da dieser synthetische Stoff xenoestrogene Wirkungen hat, die mit Unfruchtbarkeit, Brustkrebs, Geb├Ąrmutterhalskrebs und Hodenkrebs in Verbindung gebracht werden. Dieses Fakt hat die EU dazu veranlasst manche (!) Nitro-Moschusverbindungen zu verbieten.

Weitere Inhaltsstoffe von Parfums und Duftstsoffe, die es zu vermeiden gilt, sind Neurotoxine (diese beeintr├Ąchtigen die Funktion des Nervengewebes), eine ganze Reihe an Allergenen, hautreizenden Stoffen und solchen Inhaltsstoffen, die sogar Asthma hevorrufen k├Ânnen. Oftmals verdeckt der Begriff „Parfum“ auch das Fakt, dass in dem betroffenen Produkt Phthalate enhalten sind, eine Gruppe hochgef├Ąhrlicher Hormondisruptoren. Analysen konventioneller Parfums zeigen, dass diese hunderte (!) von Neurotoxinen, Karzinogenen und synthetischer Verbindungen enthalten, welche in den Hormonhaushalt eingreifen und Geburtsfehler verursachen k├Ânnen.

Wie gelangen Duftstoffe in unseren K├Ârper?┬á

Die Probleme mit Parfums und Duftstoffen sind vielseitig, denn sie k├Ânnen inhaliert, verschluckt und durch die Haut absorbiert werden. Wir atmen jeden Tag zahlreiche D├╝fte ein, von Parfums ├╝ber Geschirrsp├╝lmittel zu Lufterfrischern. Ausserdem spr├╝hen wir Parfum direkt auf die Haut oder Kleidung und atmen diese dabei, dank modernster Zerst├Ąuber, sofort ein.

Dies ist aber noch nicht das Problematischste, denn nicht nur der Tr├Ąger von Parfum ist den gef├Ąhrlichen Stoffen ausgesetzt, sondern auch Babies und Kinder, die mit einem kuscheln, sowie alle in unserer n├Ąheren Umgebung. Stillende M├╝tter setzen ihre S├Ąuglinge einer besonders hohen Konzentration an synthetischen Duftstoffen gerade dann aus, wenn das endokrine System (also das Hormonsystem) noch zu schwach ist, um damit umzugehen. Die Giftstoffe akkumulieren dann im K├Ârper und unbekannte Auswirkungen zeigen sich m├Âglicherweise erst Jahrzehnte sp├Ąter.

Ebenfalls zu beachten ist die Umweltbelastung. Wenn Duftstoffe abgewaschen werden, ob vom K├Ârper, der W├Ąsche oder von Geschirr, gelangen sie in das Wasser, wo sie oftmals nicht gefiltert werden k├Ânnen und so ins Grundwasser gelangen, oder als Trinkwasser, zum Kochen, oder als Badewasser wiederverwendet werden.

Die EU ver├Âffentlichte k├╝rzlich eine Studie die zeigte, dass junge M├Ądchen, die Lufterfrischern ausgesetzt waren (zB. im Badezimmer) bereits Monate fr├╝her zu menstruieren begannen als die Kontrollgruppe. So belegt diese Studie die Macht von Duftstoffen allein durch deren Inhalieren ein- oder zweimal pro Tag f├╝r weniger als 5 Minuten!

Welche Alternativen zu konventionellen Parfums gibt es? 

Gl├╝cklicherweise gibt es eine ganze Reihe an Alternativen f├╝r Duft-Fans! ├ätherische ├ľle eignen sich hervorragend als Lufterfrischer und man kann sich seinen Lieblingsduft selbst zusammenstellen! Bl├╝tenw├Ąsser eignen sich als Parfums und zum Auffrischen von Stoffen. Selbstverst├Ąndlich gibt es auch moderne und zu 100% nat├╝rliche und ungiftige Parfums, wie zum Beispiel von Farfalla, Lotus Wei, Tsi La und anderen. Nat├╝rlich riechen diese anders als das neueste Celebrity-Parfum, aber das ist auch gut so.

Hier haben wir eine Auswahl an unbedenklichen Parf├╝ms zusammengestellt:

Empfehlungen f├╝r Kunden aus Deutschland & ├ľsterreich

Empfehlungen f├╝r Kunden aus der Schweiz

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Anna Mandozzi

Gr├╝nderin bei Biomazing
Anna Mandozzi ist langj├Ąhrige Expertin im Bio-Bereich. Die ├ľsterreicherin ist ausgebildete Juristin und besonders mit regulatorischen Eigenheiten der Bio-Branche vertraut und au├čerdem besonders involviert in Details in Sachen Produktion, Inhaltsstoffe, Zertifizierungen und Kultivierung im Bio-Bereich. Anna liebt Yoga, Reisen und gutes Essen.

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