Wozu brauchen wir Transparenz?

Wenn Sie diesen Text lesen, stehen die Chancen hoch, dass Sie sich für Transparenz interessieren: Woher kommen die Produkte im (virtuellen) Regal, wie werden sie produziert, welche Inhaltsstoffe dafür verwendet und mit welchen Methoden vermarktet? Dabei geht es uns darum festzustellen, ob es nachhaltig ist ein Produkt zu kaufen und damit den Hersteller zu unterstützen: Nachhaltig für uns Menschen, die Umwelt, die Tierwelt und den Markt.

Der Wunsch nach Transparenz beim Kauf bei einer immer grösser werden Gruppe an Menschen ist relativ jung. Noch vor wenigen Jahren haben viel weniger Menschen hinterfragt, woher ein Produkt kommt und wie es hergestellt wird. Man könnte auch sagen, dass man einfach mehr geglaubt hat und den Aussagen auf Verpackung und in Werbung Vertrauen geschenkt (!) hat. Doch die Welt, und mit ihr die Konsumenten, hat sich weiterentwickelt.

Wenn bei einem Produkt nicht klar ersichtlich ist, ob der Hersteller transparent sein möchte, wo findet man die nötige Information? Wie kann man es verhindern Stunden über Stunden in Recherche zu investieren, wenn man doch nur eine Tube Zahnpasta kaufen möchte?

Etiketten lesen und Trendwörter erkennen Es ist immer wieder überraschend wie viele Konsumenten die Etiketten der Waren die sie kaufen möchten noch NICHT lesen. Dabei findet man dort am schnellsten eine grosse Menge an Informationen, neben den Inhaltsstoffen und dem Produktionsland auch Chargen-Nummern, Kontrollnummern oder die Nummer der herstellenden Firma. Auch Trendwörter erkennt man rasch, wenn man darauf achtet und Bilder von hübschen Bauernhöfen oder Apfelbäumchen verleiten dann, wenn man sich die mögliche Beeinflussung bewusst macht, nicht mehr automatisch zum Kauf mit gutem Gefühl.

Auch gibt es immer mehr praktische Apps am Markt, die auf einen Blick Informationen über Produkte, deren Unbedenklichkeit und CO2-Fussabdruck verraten – eine praktische und effiziente Ressource für alle, die mehr wissen wollen.

Den Händler seines Vertrauens finden In Zeiten des Internets sinkt der Anreiz immer wieder bei dem selben Händler zu kaufen. Dabei sind die Loyalität einer Marke und einem Händler gegenüber ein guter Weg, um als Kunde mitzubestimmen. Spätestens seit dem Social-Media-Zeitalter haben Konsumenten im Kollektiv die Macht das Vorgehen einer Marke direkt zu beeinflussen. Noch direkter ist der Kontakt zum Händler – denn ein guter und transparenter Händler wird sich bemühen den Wünschen seiner Kunden entgegen zu kommen. Und je mehr Kunden nach transparenten und ethischen Produkten fragen, umso eher wird er diese anbieten und andere aus dem Sortiment nehmen. Gemeinsam können Kunden und Händler am meisten bewegen und mit jedem ausgegebenen Franken transparentes Vorgehen der Hersteller unterstützen.

Was den Händlern wichtig ist, ist den Herstellern umso wichtiger. Jeder Hersteller hört auf seine Kunden, doch er seine Produkte finden nur dann Absatz, wenn sich die Händler vor Ort oder im Internet für den Hersteller und seine Produkte stark machen. Die Händler, das Bindeglied zwischen Konsument und Hersteller, tragen die Verantwortung für den Hersteller so wichtig zu sein, dass er den Händler hören muss. Und der Händler kommuniziert dem Hersteller das, was er von den Kunden hört. Ein kluger Konsument kann durch Loyalität zu einem Händler viel mehr beeinflussen als er denkt!

Neugierig bleiben Beinah kein Konsument, Händler oder sogar Hersteller kennt jeden Aspekt der Herstellung eines Produktes vom Rohstoff bis zur Verpackung. Daher ist es umso wichtiger neugierig zu bleiben und Fragen zu stellen. Auf der Shampoo-Flasche ist Parfum ausgewiesen, aber die Inhaltsstoffe dessen sind nicht angeführt? Der Händler weiss mehr oder bekommt eine ehrliche Antwort vom Hersteller. Eine Seife riecht so stark, dass der Duft noch lange in der Nase hängen bleibt, ungleich wie bei natürlichen Düften? Eine kurze Online-Recherche gibt Auskunft über die Inhaltsstoffe. Nachfragen schafft Sicherheit und sorgt für – Transparenz.

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Anna Baumgartner

Gründerin bei Biomazing
Anna Baumgartner ist Bio-Expertin und Social Entrepreneurin. Die Österreicherin ist ausgebildete Juristin und besonders mit regulatorischen Eigenheiten der Bio-Branche vertraut und ausserdem Expertin in Sachen Produktion, Inhaltsstoffe, Zertifizierungen und Lebensmittelunverträglichkeiten. Anna lebt als Yoga-Enthusiast und Flexitarian in Zürich.
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